Die«Tagesschau» ist eine grosse Teamleistung

Vor rund 200 interessierten Besucherinnen und Besuchern referierte SRF-Frau Cornelia Boesch in Frauenfeld über die Produktion einer «Tagesschau» und ihre Arbeit als Moderatorin. Die Veranstaltung war eine weitere Co-Produktion der Volkshochschule Frauenfeld und der SRG Ostschweiz. Erstmals war die Aula der Kantonsschule Frauenfeld Veranstaltungsort.

Seit 2011 präsentiert Cornelia Boesch die Hauptausgabe der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen SRF. Sie ist damit die Dienstälteste der aktuell fünf Moderatorinnen und Moderatoren. «Ich habe einen intensiven Job mit einem Tagesablauf, der – mit ein paar Fixpunkten zwar – immer anders ist», beschrieb sie ihre Arbeit. In einem kurzen Video zeigte sie ihren Arbeitsplatz, den grossen Newsroom im Fernsehstudio Leutschenbach in Zürich. Das sei die Küche, wo das Menü für alle Newssendungen zusammengestellt werde, so Boesch.

Einleitend zu ihrer Beschreibung, wie eine «Tagesschau» entsteht, meinte sie augenzwinkernd, dass ihr Arbeitstag nicht nur aus einer halben Stunde Präsentation der Sendung bestehe: «Ich beginne um 11.30 Uhr mit meiner Arbeit im Studio, und mein Arbeitstag ist normalerweise um 20 Uhr nach der «Tagesschau» zu Ende». Der Arbeitstag ist eng getaktet, zuerst mit der Regiebesprechung, wo die mögliche Reihenfolge der Beiträge diskutiert wird. Es folgt die Besprechung der Hintergrundbilder für die Sendung und um 14.30 Uhr die Redaktionssitzung, an der die Sendung zusammen mit dem Regisseur, dem Produzenten, den Produzierenden der Beiträge, der Newsgrafik und der Bildredaktion fixiert wird. Die Sendekritik zur Vortagessendung, das Texten der Moderationen, die Absprache mit den Korrespondentinnen, die Sendeproben ebenso wie die Maske sind weitere Fixpunkte am Nachmittag und Vorabend, bevor es wie immer live um 19.30 Uhr auf Sendung geht.

«Das ist sehr streng und braucht viel Konzentration, aber es macht Spass», sagte die beliebte Moderatorin. Sie geniesse es, am Feierabend keine Akten nach Hause nehmen zu müssen und am nächsten Tag ihre Arbeit wieder auf einem weissen Blatt Papier beginnen zu können. Die «Tagesschau» habe sich in den letzten Jahren insbesondere durch die Digitalisierung stark gewandelt, so Boesch. Das habe neue Chancen eröffnet und dafür gesorgt, dass man schneller und flexibler geworden sei, allerdings seien auch Gefahren, vor allem durch die künstliche Intelligenz, entstanden. Ein umfangreicher Faktencheck sei deshalb unerlässlich geworden. «Den können und müssen wir uns leisten», so Boesch.

Zum Schluss kam sie auf die bevorstehende Abstimmung über die Halbierungsinitiative zu sprechen und betonte: «Der politische Druck auf die öffentlich-rechtlichen Medien nimmt zu, nicht nur in der Schweiz. Für mich ist es ein Angriff auf die Meinungsvielfalt.» Die anschliessende Möglichkeit, Fragen an die Referentin zu richten, wurde rege genutzt. Danach wurde Cornelia Boesch mit grossem Applaus zum Apéro verabschiedet, wo sie bereitwillig weitere Fragen beantwortete.

Walter Hofstetter, Kommission für Öffentlichkeitsarbeit

Bilder: Felix Walker